Das Produkt wurde erfolgreich zum Warenkorb hinzugefügt!
Thierry Journo
Ich mag Birkenstock nicht. Ich hasse sie.

Thierry Journo

BIRKENSTORY #22

Thierry Journo - Designer

Thierry Journo betreibt im indischen Jaipur unter seinem Label IDLI eine eigene Boutique. Der französische Allround-Designer ist im gesamten Lifestyle-Bereich tätig: „Ich entwerfe Porzellan, Möbel, Teppiche, Lampen, Damen- und Herrenmode - ein komplettes Paket.“ Journo pflegt eine fast leidenschaftliche Abneigung gegenüber Birkenstock. Wir besuchten ihn während seines Zwischenstopps in Paris und erfuhren auf recht amüsante Art, was ihn an Birkenstock stört.

Vom Louvre über Mugler zu IDLI

Thierry Journos Leidenschaft ist Kunst- und Gemäldegeschichte. Seine Ausbildung begann er als Kopist im Pariser Louvre. Es folgten Jobs bei Thierry Mugler und Andrée Putman. Später assistierte er John Galliano für die Givenchy Haute Couture. „Ich unterstützte Galliano bei der Finalisierung seiner Illustrationen für die Modenschauen.“

Nach diesen Erfahrungen ging Journo seinen eigenen Weg und betreibt heute in Jaipur seine Boutique IDLI - einer jener Orte, der zu einem Muss für Liebhaber schöner Dinge avancierte.

Birkenstock macht fette Füße

Wie macht man eigentlich Mode? „Mode ist eine Art Mechanismus im Kopf. Sobald man ihn entwickelt hat, fällt es einem leicht, die verschiedenen Strömungen zu verstehen“, erläutert Thierry. „Im Grunde geht es nur darum, bestimmte Aspekte der Welt auf eine Silhouette zu übertragen.“

Und welche Mode bevorzugt er? „Die elegante Körperhaltung! Egal, ob Tennisschuhe oder Jeans - auf Proportion und Eleganz kommt es an. Und genau das ist mein Problem mit Birkenstocks: sie lassen Füße fett wirken. Ich kann den Hype um diese Schuhe nicht verstehen. Für mich sind sie allenfalls Hausschuhe. Ich finde nicht, dass man damit rausgehen sollte. Natürlich kann man damit auf die Straße gehen - aber dann kann ich auch in Unterwäsche rausgehen. Verstehen Sie, was ich meine?“

Thierry Journo

Birkenstocks und Eleganz? Absolut unmöglich!

„Ich weiß, dass Chloé, Prada und anderen Modehäuser versuchten, Birkenstock modisch zu machen. Das Resultat ist immer dasselbe: schwere Füße, die man kaum vom Boden bekommt. In Birkenstock sehen Füße aus wie Elefantenfüße. Das ist lächerlich“, erläutert Thierry weiter. Kann man in Birkenstocks elegant wirken? „Absolut unmöglich! Es tut mir leid, aber für mich haben Birkenstocks rein gar nichts mit Eleganz zu tun.“

Vermischung von Stil und Medizin

Eines stört ihn besonders: „Die Vermengung von Medizin und Stil. Das sind zwei vollkommen verschiedene Dinge. Zu Beginn war Birkenstock ein medizinischer Schuh, richtig? Sehr komfortabel, er gibt dem Fuß eine kleine Massage. Mein Problem ist die Umkehr eines medizinischen Schuhes zu einem Modeschuh. Kein Thema als Arbeitsschuhe im Gesundheitswesen - in der Modewelt aber haben die Sandalen nichts verloren!“

A view of the Eifel Tower
A view of the Eifel Tower

Es gibt Mode – und Stil

Thierry Journo kennt sich aus, auch in der Geschichte der Mode. Die sei ständigem Wandel unterzogen: „Jede Epoche betont ein anderes Körperteil, im 17. Jahrhundert war der Hals der wichtigste Teil des weiblichen Körpers. Es wurde alles getan, ihn zur Geltung zu bringen. Heute sind es Taille und Hüfte. Später werden vielleicht die Füße einmal in den Vordergrund rücken, wer weiß. Deshalb ist es auch schwierig zu sagen, dass einem in modischer Hinsicht etwas nicht gefällt. Aus meiner Sicht gibt es Mode – und es gibt den Stil. Mode vergeht, Stil bleibt. Darum arbeite ich am liebsten am Stil.“

Komfort sollte nicht an erster Stelle stehen!

Es gab Epochen, erzählt er weiter, in denen durch Kombination von Kunst, Komfort und Ästhetik Großartiges entstand. „Das Problem unserer Zeit aber ist, dass Komfort an erster Stelle steht“, glaubt Journo. Kunst und Ästhetik seien zweitrangig. „Ich halte das für keine gute Entwicklung. Birkenstock steht für Komfort, aber definitiv nicht für Kunst. Birkenstock ist einfach anti-ästhetisch! Voila. Das ist es.“

Hat er überhaupt schon mal Birkenstock getragen? „Selbstverständlich! Ich probierte sie einmal, um zu sehen, wie meine Füße darin aussehen. Ich dachte nur ‚Oh mein Gott - das ist absolut nichts für mich‘!“

Weitere Informationen: http://idlidesign.com

Weitere BIRKENSTORIES



BIRKENSTORY #21: Ramdane Touhami

„Ich war der, von dem Lehrer sagten: Er hat ein riesen Potenzial, aber er macht nichts draus“, erzählt Ramdane Touhami. Er hatte Schulverbot, flog zuhause raus, war obdachlos. Heute ist er Inhaber des weltweit zu findenden Beauty-Imperiums „Officine Universelle Buly“. Wir trafen das Multitalent in Paris.

BIRKENSTORY #20: Shalene McCollum

Schon Shalenes McCollums Großmutter war Berufsfischerin - wie alle Frauen ihrer Familie hat sie das Fischen im Blut. „Ein guter Fischer wird immer darauf achten, nachhaltig zu fischen“, betont sie. Wir besuchten die passionierte Birkenstock-Trägerin in ihrem Heimatort Petersburg in Alaska.