Nichts lässt Dich morgens lebendiger fühlen, als ein scharfes Stück Metall zu nehmen und an deine Kehle zu setzen.

Scott Miyako

BIRKENSTORY #12

Scott Miyako – fertigt traditionelle Rasiermesser

Wer auf Nachhaltigkeit setzt, ist in Portland, Oregon genau richtig. Hier lebt Scott Miyako, Autodidakt und Hersteller feinster traditioneller Rasiermesser. Wir haben den überzeugten Birkenstockträger besucht und mit ihm über Qualität und Nachhaltigkeit gesprochen. Und erfahren, worauf es bei einer guten Rasur wirklich ankommt ...

Statistisch betrachtet genießt die Einweg-Rasierklinge größte Wertschätzung: Beim Ladendiebstahl steht sie ganz oben – jede sechste Packung wird gestohlen. Kein Wunder, denn bei Produktionskosten von nur wenigen Cent pro Klinge langen die Hersteller beim Verkauf ordentlich zu. Auch Scott Miyako aus Portland war über diese Form der unnötigen Geldmacherei verärgert. Zugleich störte ihn seine eigenes Konsumverhalten: Als umweltbewusster Mensch war er es leid, ständig gebrauchte Einwegrasierer wegzuwerfen und suchte nach einer nachhaltigen, optimalen Alternative.

Die Geburt einer Geschäftsidee

Zu dieser Zeit betrieb der studierte Maschinenbauer noch ein Geschäft für selbst gefertigte Gitarrenverstärker in Los Angeles. Aus Interesse begann er, klassische Rasierklingen zu sammeln und sie zu restaurieren, bis er schließlich ein eigenes Messer fertigte. Zufrieden mit seinem Erstlingswerk produzierte er weitere Rasiermesser für Freunde und Familie. Langsam begann ihm die Sache Spaß zu machen, zudem war sie wesentlich angenehmer als der Bau seiner komplizierten Verstärker.

Scott glaubte an die Idee und war bereit, alles dafür zu investieren: Er verkaufte sein Geschäft, seine drei Oldtimer und zog gemeinsam mit Freundin Alex nach Portland, um künftig Rasiermesser zu produzieren. Es funktionierte. „Die Leute interessierten sich dafür, was wir taten. Schnell gingen erste Bestellungen ein“, erzählt Scott begeistert.

Schritt für Schritt zur höchsten Qualität

Seit gut vier Jahren gibt es nun die Portland Razor Company. Das Unternehmen produziert mittlerweile neun verschiedene Rasiermesser, die Preise liegen zwischen 150 und 300 Dollar. Alex macht das Marketing, Scott und sein Partner Hunter fertigen die Messer, etwa 100 Stück pro Monat. Scott erklärt, wie wichtig die Konzentration bei dieser handwerklichen Arbeit ist: „Vom Wasserstrahlverfahren über Hohlschliff, Feilen, Hitzebehandlung, Schleifen, Polieren, Schärfen bis zur Montage gibt es unzählige Schritte. Jeder einzelne kann das Messer ruinieren.“ Qualität hat für ihn die oberste Priorität, er möchte Dinge produzieren, die dafür gemacht sind, lange zu halten, „ ...und dafür müssen die Handwerker selbst 100 % ihrer Energie in ihre Arbeit stecken!“

Gemacht fürs Leben

Auch wenn Scotts Rasiermesser im ersten Moment teuer erscheinen mögen – unter dem Strich sind sie eine lohnende Investition, denn sie halten ein Leben lang. Und die Frage, ob er nicht nur einem momentanen Retro-Trend folgt, wischt Scott beiseite: „Wir wollen diese altmodische Methode nicht nur um der altmodischen Methode Willen zurückbringen – wir glauben, dass diese Rasierer das beste Werkzeug für eine gute Rasur und die beste Option unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sind.“

An BIRKENSTOCKs ist nichts zu verbessern

Scott ist sehr qualitätsbewusst – mit ein Grund dafür, warum er seit Jahren Birkenstocks trägt: „Ich bin mit diesen Sandalen aufgewachsen. Als Kind hatte ich Fußprobleme und der Arzt hat uns Birkenstocks empfohlen“, erklärt er.

An Birkenstocks gibt es für Scott nichts verbessern. Er verbindet damit ausschließlich Qualität und einen sehr hohen Kundenservice. Seine Freundin Alex, die ebenfalls gerne Birkenstock trägt, sieht das etwas anders: „Also ich hätte schon einen Verbesserungsvorschlag. Macht Absätze dran – dann wäre ich etwas größer!“

Info: http://www.portlandrazorco.com/




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